Ich hatte zuerst überlegt, die Überschrift für diesen Artikel Mein erster Heimaturlaub zu nennen, doch das wäre nicht mehr korrekt. Meine neue Heimat heißt nun vorübergehend
Getafe, doch meine Wurzeln sind noch in Pfalzdorf verankert, was wohl auch noch eine Weile, vielleicht sogar für immer so bleiben wird.
Man sagt so einiges über Auswanderer, zum Beispiel dass man nur schlappe 3 Jahre benötigt um sich an ein wärmeres Klima zu gewöhen, oder nach 7 Jahren die Lebensart der neuen Heimat verinnerlicht
hat. Ich vermute, dass es mit dem Herzen des Auswanderers zusammenhängt - ob er sich komplett umpflanzen lassen kann und will, oder ob er in der neuen Heimat nur einen Ableger bildet.
Vorerst zumindest habe ich nur einen Ableger gebildet, doch ich wehre mich nicht gegen eine Umpflanzung, und tute soweit es mir möglich ist alles dafür, mir ein selbstständiges Leben aufzubauen.
Dazu gehört unter anderem sich nach einer neuen Heimatgemeinde (neue Kirche meine ich, für die, die mit dem Begriff Heimatgemeinde nichts anfangen können) umzusehen, was sich die
letzten Wochen als schwierig herausgestellt hat. Dazu aber ein andermal mehr.
In anderen Dingen bin ich da bereits weiter. Wie in einem anderen Artikel erwähnt (Woche 1) gehen wir zum Schlittschuhlaufen und tanzen bereits in unserem neuen Verein, und das macht mir
überaschenderweise richtig spaß. Die Lehrer sind sehr witzig und rücksichtsvoll, wenn der deutsche mal wieder nicht verstanden hat was sie erklären wollten. By the way - da Tanzen nun mal
wirklich was mir reden zu tun hat, und ich mache brav nach was die Beiden vormachen. Das klappt schon ganz gut, und geht auf jeden Fall schneller als Spanisch zu lernen.
Aber der Artikel hatte eine andere Überschrift, und so will ich dann auch berichten, dass ich diese Reise nach Deutschland schon vor meinem Tripp nach Spanien geplant hatte, denn ein Freund hatte
zu seinem 30. Geburtstag geladen, und ich hatte zugesagt zu kommen.
So ging mein Flug dann auch bereits am 5. März, weil ich noch einge Dinge zu erledigen hatte, was den Diebstahl meines Wagens anging, sowie meine Lohnsteuerjahresausgleich 2006/2007, die zur
weiteren Bearbeitung im Wagen lagen und auf Abgabe warteten. Das war übrigens das erste mal, dass ich das selber machen wollte. Der Diebstahl war also ein Zeichen - nie wieder selber anfassen!
Glücklicherweise bin ich Mitglied der Lohnsteuerhilfe und habe ich als erste Amtshandlung am Freitag direkt dorthin aufgemacht, damit sie mir sagen was ich nun wieder alles besorgen muss, um noch
möglichst gut aus der Sache herauszukommen.
Es gab aber noch mehr zu erledigen. Bereits vor meiner Abreise hatte ich gesundheitliche Probleme. Eine hartnäckige Erkältung wollte nicht abklingen, sondern wurde zunehmend schwerer und schlug
mir mittlerweile auf die Ohren. Am Tag nach meiner Ankunft hatte ich direkt Mittags einen Termin beim Artzt, der mir auch promt Penicillin verschrieb.
Nachdem ich ihm dann noch von einigen kleineren und bisher unwesentlich erscheinenden Wewechen erzählte, äußerte er den Verdacht auf Borreliose, woraufhin ich am nächsten Morgen zur
Blutabnahme kommen sollte.
Das Ergebnis der Diagnose war negativ, obwohl ich mir sicher war dass es das sein müsste - alle Indizien sprachen meiner Meinung nach dafür.
Bei der Besprechung des Ergebnisses mit dem Arzt leitete dieser nun wohl die standart Folgeschritte ein - Suche nach Alergien, was auch negativ endete, und Erstellung eines Leistungs-EKGs, was
ebenfalls zu keinen neuen Erkenntnissen führte. Im Gegenteil - laut den Werten aller Untersuchungen war ich sogar kerngesund. Das wiedersprach zwar dem was ich fühlte, aber was half es?
Nebenbei muss ich erwähnen, dass ich am 11. März wieder abreisen wollte, die Ergebnisse für die Untersuchungen aber noch nicht da waren. Da meine Krankenkasse nur noch bis zum 15. März für meine
Medikamentenkosten aufkommen würde, musste ich die Sache also in dieser Woche über die Bühne bringen.
Mit der Erfahrung, einen Iberia Flug relativ problemlos für eine Gebühr von 25 Euro verschieben zu können, ließ ich meinen Rückflug also verstreichen, und ging statt dessen weiter zum Arzt.
Parallel kümmerte ich mich um einen neuen Flug, bzw. Laura wollte sich eben um das Verschieben kümmern. Wie sich aber herausstellte, ging das natürlich auf einmal nicht mehr, und
so musste ich einen neuen Flug buchen. So kurzfristig ist das natürlich kein billiger Spaß, und so flog ich dann überteuert Montags, den 17. März mit der Swiss Air über Zürich zurück nach
Madrid.
Wie ich bereits vorher schrieb stellte sich Inzwischen heraus, dass ich nichts hatte, was einer Behandlung würdig gewesen wäre, und somit war ich doppelt gekniffen, und hatte noch nicht mal was
von meinem längeren Aufenthalt - sieht man mal davon ab, dass es nun auch keine Folter ist, sich bei deutscher Familie und Freunden aufzuhalten.
Ich habe die Zeit natürlich gut genutzt - viele Freunde getroffen, aber auch kontinurierlich gearbeitet. Ich hab es in den letzten Artikeln nicht erwähnt, aber ich hatte da bei meinem alten
Arbeitgeber immer noch ein offenes Projekt, das ich immer noch mit unterstützte, und stand im regelmäßen Kontakt mit meinem Nachfolger.
In Spanien hatte ich einen ziemlich straffen Tagesablauf, auch wenn man es kaum glauben soll. Doch mir blieb täglich nur verhältnismässig wenig Zeit, um mich um dieses Projekt zu kümmern. Jetzt
in Deutschland konnte ich den ganzen Vormittag daran arbeiten, und richtig was wegschaffen. So gesehen war es eine sehr produktive und gut genutzte Zeit, denn ich wollte das Projekt langsam
loswerden, da es mich doch mehr beanspruchte als ich anfangs erwartet hatte und mich davon abhielt, mich vernünftig auf mein Spanischlernen zu konzentrieren.
Wenn ich jetzt beim schreiben so darüber nachdenke, war der Flug doch nicht zu teuer. Immerhin konnte ich am Wochenende vor meiner Abfreise das Projekt soweit beenden, dass ich damit am Dienstag
nach meiner Ankunft schon nichts mehr anfassen musste. Das war den Preis wert, denn ab diesem Tag hatte ich das Gefühl, wirklich in Spanien angekommen zu sein. Es gab keine Altlast mehr, die mich
jetzt drückte und um dich ich mich zu kümmern hatte. Ab heute würde das mit dem Spanischlernen alles viel schneller gehen ... dachte ich ...