Montag, 4. februar 2008
Es ist kurz vor 10 Uhr, und der Tag beginnt etwas freundlicher als die Nacht aufgehört hat. Es regnet nicht mehr, ist aber weiterhin bewölkt. Die anderen mussten  zur Arbeit, daher bin ich alleine und habe alle Ruhe der Welt, mich fertig zu machen, und mein Auto auszuräumen.

Ich beschließe, das noch vor dem Frühstück zu machen, und laufe zur Straße. Hm, etwas merkwürdig - mein Wagen steht nicht an seinem Platz, aber das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht habe sie ihn heute Morgen eben umgeparkt, nachdem die schützenden Wagen nicht mehr um ihn herumstanden.
Also laufe ich zur nächsten Seitenstraße, doch da steht er auch nicht. Na ja, hinter dem Haus veräuft auch noch eine Straße, doch auf dem Gang dahin überlege ich schon wie es mir wohl gehen würde, wenn er dort auch nicht steht. Merkwürdig unbeteiligt stelle ich fest, dass der Wagen dort auch nicht steht - na ja, irgendwie habe ich das schon gewusst. Und jetzt? Ich höre kurz in mich, aber da ist keine großartige Gefühlswelle die sich anbahnt - nichts, was mich jetzt verzweifeln läßt weil der Wagen oder die restlichen Sachen in ihm nicht da sind. Ist das normal?
Ich entscheide mich dazu, noch Alternativen zuzulassen, und rufe Laura bei der Arbeit an. Vielleicht weiß sie mehr. Leider stellt sich heraus, dass weder Laura noch ihr Bruder mehr wissen und es wirklich danach aussieht, als hätte jemand den Wagen noch in den Stunden zwischen meiner Ankunft und dem Aufstehen von Lauras Bruder geklaut. 

Laura ruft inzwischen die Polizei an und meldet den Diebstahl. Bereits um 11 Uhr ist Laura wieder von der Arbeit da - die nette Chefin hat ihr frei gegeben um die Angelegenheit zu klären. Wärend mich der Diebstahl und meine nunmehr nicht mehr vorhandenen Sachen weiterhin merkwürdig kalt läßt, kommt Laura wutentbrannt zur Tür hinein. Man sperre einen Autodieb und eine wutentbrannte Spanierin in einen Raum ... = keine Polizei mehr notwendigt. Vielleicht das Team von CSI zur späteren Identifikation :-)

Wir machen uns also auf den Weg zur Polizeistation, um dort alle notwendigen Angaben zu hinterlassen und mich mit einem spanisch akzentuierten "Wecome to Spain" begrüßen zu lassen. Wie in Deutschland auch machen sie uns dort nicht viel Hoffnung den Wagen und oder seinen Inhalt je wiederzusehen. Dafür sind die Diebe hier wie dort viel zu gut organisiert.
So sind wir nach gut einer Stunde wieder Zuhause, mit den Unterlagen für meine Versicherung in der Tasche, die meine Eltern dann auch direkt über die Situation aufgeklärt haben, und von wo aus ich nun auf weitere Instruktionen warte, was weiter zu tun ist.

Doch der Tag ist noch nicht zu ende. Eigentlich bin ich unter anderem deswegen am Sonntag aufgebrochen, weil am Montag mein Einstufungstest für einen Spanischkurs stattfindet. Der ist um 18 Uhr, und wir haben den halben Tag mit dem dummen Autoklau vertan. Jetzt wird es höchste Zeit sich auf nach Leganes zu machen.

Zusammen mit noch 10 weiteren Schülern sitzen wir kurz darauf in einem kleinen Klassenzimmer der Sprachschule von Leganes, und drücken uns in die kleinen Bänke. Die Ausstattung ist mal was neues - das hatte ich bisher auch noch nicht - Stühle mit angebauter Schreibunterlage. Ein wenig unpraktisch wie ich finde (es braucht etwas bis man raushat sich da reinzudrücken, und es einigermaßen gekonnt aussehen zu lassen), andererseits praktisch für den Unterricht, wenn man die Leute in bunte Gruppen mischen möchte. Mit nimmt seinen Stuhl samt Tisch einfach mit.

Ein gute Stunde später wissen wir, das ich bereits für die mittlere von drei Anfängerstufen taugen soll. Na dann. Ich trau dem Braten noch nicht. Am nächsten Montag, dem 11. 02 wird es losgehen - täglich von 17-19 Uhr. Da werden wir es dann ja sehen.

Für heute ist erst mal wieder schluss. Wir haben echt genug erlebt. Ab nach Hause - Abendessen und Bett.
von Frank
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